Das Schröpfen
1. Was ist Schröpfen
Schröpfen ist ein traditionelles Verfahren bei dem in - auf einzelne Hautpartien aufgesetzte Glaskugeln, sogenannten Schröpfköpfen - ein Unterdruck erzeugen wird. Es ist ein Therapieverfahren zum Lösen von Blockaden durch Lockerung und Durchblutung der Haut, des Bindegewebes und der Muskulatur.
Viele chronischen Erkrankungen sind als bindegewebige Verquellungszustände zu definieren. Sehr häufig ist das Bindegewebe unter der Haut und zwischen den Muskeln betroffen, so dass viele muskuläre Schmerzustände neben der Anwendung von Akupunktur und Heiltee mit zusätzlichem Schröpfen bzw. Schröpfmassage ganz direkt und ergänzend behandelt werden können.
2. Behandlungsmethoden
Die 3 verschiedenen Schröpfmethoden:
- Trockendes Schröpfen
Aufsetzten der Schröpfkopfe auf die Körperstellen mit bestimmten Merkmalen der Haut- oder des Bindegewebes ( z.B. Verhärtung, Erhebung). Es wird ein statischer Unterdruck auf ganz bestimmte Punkte gesetzt. Vorrangig wird Schröpfen in Rücken-Gliedmaßen- und Schulter-Bereichen angewandt. - Schröpfmassage
Mit Hilfe von Ölen werden die sich an der Haut angesaugten Schröpfköpfe langsam über bestimmte Körperareale gezogen. Wir sind der Meinung, dass die Schröpfkopfmassage in Form der maschinell gesteuerten Vakuum-Saugmassage das Bindegewebe intensiver beeinflusst als das alleine Aufsetzen einzelner Schröpfköpfe, so daß diese Form des Schröfpens bei uns vorrangig angewendet wird.
- Blutiges Schröpfen
Die Haut wird vor dem ansetzen der Schröpfköpfe leicht angeritzt. Durch den späteren Unterdruck werden das gestaute Blut bzw. im übertragenen Sinne Giftstoffe aus dem Körper "gesaugt". Es dient u.a. der Reinigung der Körpersäfte. Diese Schröpfenform bieten wir aber nicht an!
3. Schröpfen in der Praxis
Leider gehört Schröpfen nicht zu den kassenärztlich verordneten physiotherapeutischen Leistungen, so dass wir diese intensive Bindegewebsmethode hier bei uns anbieten. Meist wird in meiner Praxis das Schröpfen nach bzw. vor der jeweiligen Schmerzakupunktur eingesetzt, um die Wirksamkeit beider Methode zu steigern. Zu Hause wird dann mit speziellen durchblutungsfördernden Salben weiter gearbeitet.
Auch hier zeigt sich: Bei chronischen Erkrankungen müssen mehrere Methoden sinnvoll aufeinander abgestimmt und angewendet werden, um erfolgreich zu behandeln. Empfehlenswert und generell zur körperlichen Gesundung unterstützend ist die Tuina-Massage, welche ebenfalls in unserem Haus angeboten wird!
4. Befund zur tatsächlichen Wirkung
Dr. med. Andreas Michalsen, Professor für Klinische Naturheilkunde an der Berliner Charité, schreibt dazu in der Zeitschrift für Komplementärmedizin (Heft 5, 2009, 1. Jahrgang):
"Bereits Hippokrates beschrieb die Anwendung (des Schröpfens, S.S.) bei Kopfschmerzen, Schwindel sowie akuten und chronischen Gelenkentzündungen. Sowohl in der tibetanischen, chinesischen, indischen, arabischen und persischen Medizin ist das Schröpfen etabliert und weit verbreitet. In der westlichen naturwissenschaftlich orientierten Medizin wurde das Schröpfen in den letzten Jahrzehnten weitgehend aufgegeben. Die Schröpfkopfmassage konnte sich in Form der Vakuum-Saugmassage in der physikalischen Therapie erhalten.“
Prof. Michalsen konnte die klinische Wirksamkeit des Schröpfens in Studien nachweisen (2006, 2008 und 2009), speziell bei nächtlichem Schulterschmerz, Handgelenkarthrose und Karpaltunnelsyndrom (und dennoch bezahlen trotz der Wirksamkeitsnachweise die Kassen das Schröpfen nicht!) .
© HP Dr. Steffen Schumann • www.dresden-tcm.de


